Mit Tiefengeothermie die Wärmeversorgung der Zukunft sichern
Die Thermen & Badewelt Sinsheim plant, ihren Wärme- und Energiebedarf künftig mit regionaler, klimafreundlicher Erdwärme zu decken. Zu diesem Zweck soll das vorhandene geothermische Potenzial in Sinsheim mithilfe einer Geothermieanlage langfristig erschlossen und für den Thermen- und Badebetrieb nutzbar gemacht werden. Das Projekt zielt darauf ab, unabhängiger von fossilen Energieträgern, steigenden Energiekosten und externen Marktentwicklungen zu werden.
Mit der Tiefengeothermie als erprobter Form der Wärmeversorgung setzt das Unternehmen auf eine Wärmequelle, die bereits vergleichbare Thermen- und Badebetriebe, darunter die Therme Erding, zuverlässig versorgt. Die Energieerzeugung mittels Tiefengeothermie ist konstant, lokal und unabhängig von schwankenden Energiepreisen, dem Wetter oder der Tageszeit. Konkret ist vorgesehen, Wasser mit einer Temperatur von etwa 50 Grad aus bis zu 1.000 Metern Tiefe an die Oberfläche zu pumpen und die vorhandene Wärme für die Versorgung des Badebetriebs zu nutzen.
„Mit der geplanten Geothermieanlage können wir die Grundlage für eine verlässliche, regionale und langfristig planbare Wärmeversorgung schaffen. Dadurch werden wir unabhängiger von steigenden Energiekosten. Gleichzeitig leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Energie- und Wärmewende sowie zur Reduzierung von Emissionen. Mit dieser gezielten Investition in die Zukunftssicherung der Thermen & Badewelt Sinsheim stärken wir zudem den Standort als Teil der Sinsheimer Erlebnisregion.“, so Heiko Wollmann, CTO Thermengruppe Josef Wund/ VP Therme Group.
Das Vorhaben befindet sich derzeit noch in einem frühen Planungsphase. Grundlage für die spätere Umsetzung sind zunächst die seismischen Untersuchungen, die sogenannte Seismik. Dabei werden mithilfe leichter Druckwellen von der Oberfläche aus detaillierte Erkenntnisse über die geologischen Gegebenheiten im Untergrund gewonnen, ohne dass Bohrungen notwendig sind.
Hierfür ist zunächst eine Aufsuchungserlaubnis erforderlich, deren Beantragung aktuell vorbereitet wird. Zuständige Behörde ist das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Freiburg. Die Ergebnisse der Untersuchungen dienen nicht nur der Bewertung der geothermischen Potenziale, sondern können auch zusätzliche Erkenntnisse über vorhandene Grundwasserschichten liefern. Von diesen kann beispielsweise Sinsheim bei der Planung der künftigen städtischen Wasser- und Wärmeversorgung profitieren.
Über alle weiteren Planungsschritte und Projektentwicklungen wird die Öffentlichkeit transparent und regelmäßig informiert. Voraussichtlich ab Mai 2026 können sich Bürgerinnen und Bürger über eine Projektwebsite zu dem geplanten Vorhaben informieren. Im Juli 2026 ist zudem eine öffentliche Informationsveranstaltung vor Ort geplant.